Testikuläre Spermienextraktion (TESE) & Hodenbiopsie bei Kinderwunsch

Was ist eine TESE?

Die testikuläre Spermienextraktion (TESE) ist ein minimalinvasiver Eingriff zur Gewinnung von Spermien aus dem Hodengewebe. Dabei wird durch einen kleinen Schnitt am Hoden (ca. 1–2 cm) Hodengewebe entnommen. Dieses wird unter dem Mikroskop auf Spermien untersucht und bei Bedarf aufbereitet, um die Trennung von Spermien und Hodengewebe zu erleichtern.

Bei komplexen Fällen empfehlen wir die Mikro-TESE, bei der ein spezielles Operationsmikroskop verwendet wird. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, spermienreiches Gewebe zu entnehmen. Die Hodenbiopsie kann zusätzlich durchgeführt werden, um Ursachen für Unfruchtbarkeit zu diagnostizieren oder Spermien für eine IVF-/ICSI-Behandlung zu gewinnen.

Die fachkundigen Ärzte des Kinderwunschzentrums stehen Ihnen gerne beratend zur Seite. Nach einer umfassenden diagnostischen Voruntersuchung können wir sagen, welcher Eingriff für Ihren individuellen Befund sinnvoll ist.

Wann ist eine TESE sinnvoll?

Eine TESE wird in folgenden Situationen empfohlen:

  • Hodenatrophie: stark verkleinerte Hoden mit eingeschränkter Spermienproduktion
  • Narben am Hoden durch frühere Operationen
  • Azoospermie: keine Spermien im Ejakulat
  • Obstruktive Azoospermie: Spermien werden produziert, gelangen aber nicht ins Ejakulat
  • Nicht-obstruktive Azoospermie: Spermienbildungsstörung im Hodengewebe
  • Kryptozoospermie: sehr geringe Spermienzahl (<1 Mio./ml Ejakulat)
  • Oligo-Astheno-Teratozoospermie-Syndrom (OAT-Syndrom): Fehlbildung oder eingeschränkte Beweglichkeit der Spermien

Ablauf der TESE

Die TESE Kinderwunsch-Behandlung erfolgt meist ambulant und dauert ca. 30 Minuten.

  1. Entnahme von Hodengewebe durch einen kleinen Schnitt
  2. Präparation und mikroskopische Untersuchung auf Spermien
  3. Kryokonservierung der gewonnenen Spermien für eine spätere ICSI
  4. Optional: histologisches Gutachten zur Bewertung der Spermienreife

Der Transport des Gewebes erfolgt in Spezialmedium, häufig durch die Partnerin. Eine langfristige Lagerung über Jahre ist möglich.

Nach der TESE – Verhalten & Erholung

Im Allgemeinen gilt für die ersten Tage nach dem Eingriff: Schonen Sie sich!

Zur schnellen Genesung und Unterstützung der Wundheilung verzichten Sie nach dem Eingriff bitte auf die folgenden Aktivitäten:

Duschen: Ab zwei Tage nach dem Eingriff erlaubt

Saunabesuche: Bis zehn Tage nach dem Eingriff vermeiden

Schwere körperliche Arbeit & Sport: Drei Wochen nach dem Eingriff vermeiden

 Büroarbeiten: Ab drei Tage nach dem Eingriff möglich

Sexuelle Aktivität: Einen Monat nach dem Eingriff vermeiden

Tragen enger Kleidung: Vermeidung bis der Operationsbereich vollständig abgeheilt ist

Risiken & Komplikationen

Die TESE gilt als risikoarm. Mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Leichte Schmerzen oder Ziehen am Hoden
  • Blutungen oder Blutergüsse am Hodensack
  • Infektionen

TESE: Erfolgsaussichten

Die Erfolgsrate hängt stark von der Ursache der Unfruchtbarkeit ab:

  • Obstruktive Azoospermie: sehr hohe Wahrscheinlichkeit, Spermien zu gewinnen
  • Nicht-obstruktive Azoospermie: Erfolg hängt von der Hodengewebequalität ab
  • Mikro-TESE: verbessert die Chancen auf eine erfolgreiche Spermiengewinnung

Nach erfolgreicher Spermiengewinnung werden die Spermien für die ICSI-Behandlung genutzt, um den Kinderwunsch gezielt zu erfüllen.

Beratung & Kontakt im Kinderwunschzentrum Augsburg

Das Kinderwunschzentrum Augsburg bietet umfassende Beratung zur TESE Kinderwunsch-Behandlung, individuell zugeschnitten auf Ihre Situation. Unsere erfahrenen Ärzte besprechen:

  • Ablauf der TESE OP
  • Erfolgsaussichten (TESE Erfolgsaussichten)
  • Alternativen zur Spermiengewinnung

Jetzt persönlichen Beratungstermin vereinbaren

Unsere erfahrenen Ärzte im Kinderwunschzentrum beraten Sie ausführlich zu allen Fragen rund um die IVF Behandlung. Vereinbaren Sie noch heute einen persönlichen Beratungstermin, um Ihre individuellen Chancen auf eine Schwangerschaft zu besprechen.

 

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FAQs - Häufig gestellte Fragen zur männlichen Unfruchtbarkeit

Da bei über 40 % der Paare mit unerfülltem Kinderwunsch Einschränkungen der männlichen Zeugungsfähigkeit bestehen und in 25 % der Fälle die Ursache der Infertilität allein beim Mann liegt, ist eine Untersuchung durch einen Urologen inklusive der Erstellung eines Spermiogramms von herausragender Bedeutung. Beim Urologen kann auch ein Hodentumor, der bei jedem 200. Mann mit Infertilität vorliegt, als Ursache einer Infertilität sicher ausgeschlossen werden.

Da eine Kinderwunschbehandlung immer das Paar betrifft und wir auch beim Mann eine auf ihn zugeschnittene Diagnostik durchführen, ist es sinnvoll und erwünscht, dass Sie als Paar gemeinsam am Erstgespräch teilnehmen.

ICSI ist die Abkürzung für Intrazytoplasmatische Spermieninjektion. Die ICSI-Behandlung ist eine Ergänzung zur IVF-Behandlung und wird bei eingeschränkter Fruchtbarkeit des Mannes durchgeführt. Im Rahmen der ICSI-IVF-Behandlung wird die Befruchtung außerhalb des menschlichen Körpers mittels der Mikroinjektion vollzogen. Hierbei wird ein einzelnes Spermium mithilfe einer Injektionspipette in die Eizelle eingebettet. Zur Steigerung der Erfolgswahrscheinlichkeit kann die ICSI-Behandlung um die PICSI-Behandlung erweitert werden. Die PICSI-Behandlung zielt auf die Trennung von reifen und unreifen Spermien mittels eines Bindungs-Assays ab. Die reifen Spermien werden anschließend für die ICSI-Behandlung verwendet.

Vor Start einer IVF- oder ICSI-Behandlung sollte die Kostenübernahme geklärt sein. Von beiden Partnern muss eine aktuelle Infektionsserologie, Einverständniserklärungen, die Beratungsbescheinigung vom Frauenarzt und bei ICSI die Andrologenbescheinigung vorliegen.

Je nach Stimulationsprotokoll findet der erste Ultraschall kurz vor der Periode bis spätestens zum 3. Zyklustag statt. Die Hormonstimulation mit Spritzen beginnt zwischen dem 2.-3. Zyklustag. Sie sollten mit ca. 10 - 14 Spritzentagen rechnen. In dieser Zeit überprüfen wir zwei bis drei mal den Behandlungserfolg per Ultraschall- und Laboruntersuchung und ermitteln den günstigsten Zeitpunkt zur Auslösung des Eisprungs sowie zur Eizellentnahme.

Für das Auslösen Ihres Eisprungs erhalten Sie eine genaue Uhrzeit. 36 Stunden nach dem „Auslösen" wird die Follikelpunktion stattfinden.

Hier kommt es sehr auf das Alter der Frau an, und im geringeren Umfang auch auf das Alter des Mannes. Die besten Chancen haben Frauen bis zum 32. Lebensjahr mit einer Schwangerschaftsrate von 50 - 60 % pro Embryotrans.

Die Methoden der assistierten Befruchtung führen nur zu einem geringen Anstieg des Fehlbildungsrisikos. Zum Teil beruht dies auf dem genetischen Hintergrundrisiko der betroffenen Paare mit unerfülltem Kinderwunsch. Zu beachten ist auch, dass Kinderwunschpatienten bei Eintritt der Schwangerschaft im Durchschnitt älter sind und damit durch natürliche Ursachen z. B. das Fehlgeburtsrisiko steigen kann.

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