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DHEA (Dehydroepiandrosteron)

Ein Baustein zur Verbesserung der Ovarialfunktion (Eierstockaktivität)

DHEA ist das am häufigsten vorkommende Steroidhormon im menschlichen Körper. DHEA ist die Vorstufe sowohl für die weiblichen als auch die männlichen Sexualhormone. Gelegentlich wird es auch als „Jungbrunnenhormon“ bezeichnet.

Was ist DHEA?

DHEA, kurz für Dehydroepiandrosteron, ist ein körpereigenes Steroidhormon und eine Vorstufe wichtiger Sexualhormone. Es wird vor allem in der Nebennierenrinde gebildet und ist an verschiedenen hormonellen Prozessen beteiligt. Da DHEA sowohl für weibliche als auch für männliche Hormone eine Ausgangssubstanz darstellt, kann es im Rahmen der Reproduktionsmedizin eine unterstützende Rolle spielen.

Für Patientinnen mit Kinderwunsch ist DHEA vor allem dann relevant, wenn die Eierstockaktivität eingeschränkt ist oder die ovarielle Reserve nachlässt. In der Kinderwunschbehandlung kann DHEA daher als möglicher ergänzender Baustein betrachtet werden, um die Ovarialfunktion individuell zu unterstützen. Ob eine Anwendung sinnvoll ist, hängt jedoch immer von der persönlichen Ausgangssituation, den Hormonwerten und der ärztlichen Einschätzung ab.

Biosynthese von DHEA

Die Produktion von DHEA nimmt ab dem 25. Lebensjahr kontinuierlich ab. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern liegen niedrige Konzentrationen vor.

In den USA wird DHEA als rezeptfreies Nahrungsergänzungsmittel eingestuft. In Deutschland wird DHEA als Prohormon und somit als zulassungspflichtiges Arzneimittel angesehen. Die therapeutische Anwendung muss folglich immer in sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken erfolgen.

DHEA bei Kinderwunsch

Zahlreiche positive Effekte werden mit der Einnahme von DHEA in Verbindung gebracht:

  • Verbesserung des psychischen Wohlbefindens
  • Reduktion von depressiven Verstimmungen und altersbedingtem Energieverlust
  • präventiver Effekt auf die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Verbesserung der Immunantwort des Organismus
  • Förderung von Hautelastizität und Kollagenbildung

Im Rahmen der Kinderwunschtherapie setzen wir DHEA insbesondere in folgenden Fällen ein:

  • Bei gestörter Eizellreifung zur Unterstützung der Mitochondrienaktivität
  • Als FSH-Sensitizer zur Verbesserung der ovariellen Ansprechrate und zur Erhöhung der Eizellzahl bei reduzierter Eierstockreserve

Die Indikationsstellung erfolgt unter Berücksichtigung des Alters der Patientin, der gemessenen Eierstockreserve bzw. des Verlaufs vorangegangener Behandlungen.

Studien von Prof. N. Gleicher (New York) zeigen bei einer noch kleinen Fallzahl eine deutliche Verbesserung der kumulierten Schwangerschaftsrate (siehe Grafik) unter Applikation von DHEA. Allerdings sollte hier auf eine höhere Dosierung geachtet werden. Wünschenswert ist außerdem eine Vorlaufzeit für die DHEA-Substitution von 8–12 Wochen vor Behandlungsbeginn..

Die DHEA-Begleitbehandlung sollte unter regelmäßiger Überwachung der Serumspiegel erfolgen. Bei im Vorfeld bekannten Diagnosen hormonrezeptor-positiver Krebserkrankungen sollte auf eine DHEA-Substitution verzichtet werden.

DHEA – Beratung und Kontakt

Erfahren Sie bei einem persönlichen Gespräch und abgestimmt auf Ihre persönliche Situation nähere Details zu DHEA.

Weiterhin haben Sie bei unseren kostenfreien Infoabenden die Möglichkeit, erste Informationen zu den Themen Kinderwunsch und Kinderwunschbehandlung zu erhalten. Nach der Veranstaltung haben Sie die Gelegenheit, unseren Ärzten persönliche Fragen zum Thema DHEA zu stellen.

FAQ: Hormontherapie bei Kinderwunsch

Ist immer eine Hormonstimulation nötig?

Die höchsten Schwangerschaftsraten pro Behandlungszyklus erreicht man im Allgemeinen im Rahmen einer ca. 10-tägigen hormonellen Stimulation. Wir führen jedoch auch künstliche Befruchtungen im natürlichen Zyklus (engl. natural cycle) durch. Dadurch entfallen zwar das Spritzen und die Kosten für die Stimulationsmedikamente, aber die zu erreichenden Schwangerschaftsrate pro Zyklus sind im Vergleich zur Standard-IVF mit hormoneller Stimulation deutlich geringer.

Muss ich immer zur exakt gleichen Zeit spritzen?

Die Gabe kann sich auch mal um zwei bis drei Stunden nach vorne oder hinten verschieben, grundsätzlich sollte die Gabe aber immer ungefähr zur gleichen Zeit stattfinden.

Darf ich während der Stimulation Alkohol trinken?

Während der Stimulation darf Alkohol in geringer Menge getrunken werden. Ab dem Tag vor der Eizellentnahme bitte keinen Alkohol mehr trinken.

Darf ich während der Stimulation Sport treiben?

Sportliche Betätigung darf während der Stimulation weitergeführt werden. In Fällen, bei denen relativ viele Eibläschen heranreifen, sollte die sportliche Aktivität in den Tagen vor der Eizellentnahme und vor dem Embryotransfer reduziert werden. Wir beraten Sie hier gerne individuell.

Häufige Fragen

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