Abortabklärung

Diagnostik und Therapie bei wiederholten Fehlgeburten

Für Paare, die sich ein gemeinsames Kind wünschen, ist eine Fehlgeburt (Abort) eine tragische Erfahrung. Nicht selten stellen sich die Betroffenen im Anschluss die Frage, ob sie etwas falsch gemacht haben. Doch die Ursachen für wiederholte Fehlgeburten liegen selten an dem Verhalten der Frau. Die Ursachen sind meist weitaus komplexer und erfordern eine umfangreiche Spezialdiagnostik.

Aus medizinischer Sicht spricht man von wiederholten Fehlgeburten, wenn es dreimal hintereinander zu einem Abgang der Schwangerschaft gekommen ist.

Klassische Abklärung

Zu der klassischen Abklärung zählt zum einen die organische Abklärung, bei der Gebärmutter und Gebärmutterhöhle auf Auffälligkeiten und Fehlbildungen untersucht werden. Häufig befinden sich feine Trennwände, sogenannte Septen,  in der Gebärmutter. Außerdem sind Muskelknoten, sogenannte Myome, in der Gebärmutter ein häufiger Grund für wiederholte Aborte. Die Untersuchung der Gebärmutter wird mittels einer Ultraschalluntersuchung oder Gebärmutterspiegelung durchgeführt. Zum Anderen wird das Gerinnungssystem untersucht. 2,5-3% der Bevölkerung weisen genetische Mutationen auf, die zu einer erhöhten Gerinnungsneigung führen. Winzige Kapillaren können durch Mikrothromben verschlossen werden und so zu einer fetalen Minderversorgung und in der Folge zum Abgang führen. Diverse weitere Gerinnungsstörungen können ebenfalls durch Blutanalysen festgestellt werden und dann entsprechend behandelt werden. Neben der Abklärung der möglichen Ursachen für eine Fehlgeburt seitens der Frau, werden auch die möglichen Ursachen seitens des Mannes untersucht. Die Untersuchung der Samenqualität mittels eines Spermiogramms ist hierbei unabdingbar.

Weitere Untersuchungsmethoden

Neben der klassischen Abklärung gibt es mittlerweile neue Untersuchungsmethoden, die zur Abortabklärung herangezogen werden können:

Chromosomenanalyse: Mit der Erstellung einer Chromosomenanalyse wird bei Mann und Frau auf eine angeborene erbliche (genetische) Störung getestet. Zur Durchführung der Chromosomenanalyse werden Zellkulturen von teilungsfähigen Zellen benötigt. Diese können zum Beispiel durch eine Blutabnahme oder eine Hautbiopsie gewonnen werden. Auch Punktmutationen auf einzelnen Chromosomen können durch spezifische Untersuchungen nachgewiesen werden.

Immunologische Faktoren: Bei der Akzeptanz eines Embryos in der Gebärmutter spielt das mütterliche Immunsystem eine große Rolle. Die Einnistung des Embryos in der Gebärmutter setzt eine adäquate Immunantwort des Endometriums voraus. Immunologische Fehlreaktionen führen zur Störung der Embryonalen Entwicklung und schließlich zum Abort. Differenzierte immunologische Analysen eröffnen die Möglichkeit zu adäquaten Begleittherapien.

KIR-Gen-Bestimmung: Mittels eines Bluttest kann herausgefunden werden, ob der Frau bestimme, für die Einnistung relevante, KIR-Gene fehlen. Ein Mangel an KIR-Genen kann mit dem Medikament Granozyte behandelt werden. Granozyte enthält den Wachsumsfaktor G-CSF, der überall im Körper und somit auch in der Gebärmutterschleimhaut produziert wird. Der Wachstumsfaktor G-CSF beschleunigt das Zellwachstum und die Zellteilung, was eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Einnistung darstellt.

Killerzellen in der Gebärmutterschleimhaut oder im Blut: Mit Hilfe einer Biopsie der Gebärmutterschleimhaut kann ein erhöhter Anteil natürlicher Killerzellen nachgewiesen werden. Parallel kann eine Testung im Blut durchgeführt werden. Einem erhöhten Anteil an Killerzellen kann mit der Fettemulsion Lipovenös entgegen gewirkt werden. Dieses Therapeutikum wird regulär bei Patienten, die künstlich ernährt werden, als Fett- und Kalorienlieferant eingesetzt. Mehreren Studien zufolge unterstützt intravenös verabreichtes Lipovenös darüber hinaus die Einnistungsrate.

Bestimmung des TH1/TH2 Indexes: Eine Imbalance des Abwehrsystems kann einen Abgang verursachen.

Ausschluss von chronischen Entzündungen: Eine chronisch Entzündung im Körper oder Chlamydia Heat Shock Proteine können die Ursache für einen Abgang sein.

Weiterführende Immundiagnostik: In einigen Fällen muss eine weiterführende Immundiagnostik zur Ursachenfindung bei wiederholten Fehlgeburten durchgeführt werden.

Bei der Abortabklärung bedarf es eine enge Zusammenarbeit von darauf spezialisierten Frauenärzten, Laborärzten, Humangenetikern und Immunologen.

Kosten der Abortabklärung

Die Kosten für die Abortabklärung müssen in der Regel von der Patientin getragen werden.

Abortabklärung – Beratung & Kontakt

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Erste Informationen erhalten Sie außerdem bei unseren kostenfreien Infoabenden, zu denen wir Sie herzlich einladen. Nach der Veranstaltung haben Sie die Gelegenheit, unseren Ärzten persönliche Fragen zum Thema wiederholte Aborte zu stellen.

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