Alltag mit Kinderwunsch

Ist es wirklich wahr, dass ...

Frauen, die jahrelang die Pille genommen haben, schwerer schwanger werden?

Die wichtigsten Aufgaben der Pille sind die momentane Unterdrückung des Follikelwachstums, des Eisprungs und des Aufbaus der Gebärmutterschleimhaut sowie die Versperrung des Eingangs zur Gebärmutter für Spermien. Nach dem Absetzen der Pille nimmt der Körper seine vorher bestehenden Fortpflanzungs funktionen unmittelbar wieder auf, d.h. innerhalb von wenigen Tagen. Frauen einer bestimmten Altersgruppe, welche die Pille genommen haben, werden nach Absetzen der Pille genauso schnell schwanger wie Frauen der gleichen Altersgruppe, die vorher nicht mit der Pille verhütet haben.

Problematisch ist im Allgemeinen, wenn der Kinderwunsch aus verschiedenen Gründen erst in den späten 30-iger oder 40-iger Lebensjahren umgesetzt werden soll. Denn schon ab dem ca. 33 Lebensjahr nimmt die Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer Schwangerschaft auf normalem Wege ab. Dies gilt im übrigen auch für die Schwangerschaftsraten nach Inseminationen und IVF/ICSI.

Im Gegensatz zur „Pille“ kann es jedoch nach Absetzen der sogenannten „Dreimonats-Spritze“ in der Tat zu einer Verzögerung bis zum Eintritt eines regelmäßigen Zyklus kommen mit einer verlängerten Zeit bis zum Entstehen einer Schwangerschaft.

In bestimmten Fällen, wie z.B. beim PCO-Syndrom, wird zu Recht die Pille zur Zyklusregulierung verschrieben. Diese Frauen haben ohne Pille häufig einen verlängerten (Oligomenorrhö) oder komplett ausbleibenden Zyklus (Amenorrhö). Unter der Pille liegt dann wunschgemäß wieder ein regelmäßiger Zyklus vor. Wenn diese Frauen dann die Pille nach Monaten, Jahren oder evtl. Jahrzehnten wieder absetzen, liegt wieder die Ausgangssituation vor, also eine fehlende Periode. Frauen mit bekanntem PCO-Syndrom sollten sich bei Kinderwunsch sofort an ein Kinderwunsch-Zentrum, z.B. in Augsburg, wenden. Das Warten bis zu Eintritt eines regulären Zyklus kann ansonsten sehr frustrierend sein. Ihre Kinderwunsch-Ärzte haben beim PCO-Syndrom unterschiedliche einfache und effektive Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Häufige heiße Bäder den Spermien schaden?

Wassertemperaturen über 40°C können einen kurzfristigen negativen Einfluss auf Anzahl, Beweglichkeit und Qualität der Spermien haben. Für Männer mit aktuellem Kinderwunsch empfiehlt es sich daher vorübergehend auf häufige heiße Bäder zu verzichten. Saunagänge sind vermutlich nicht problematisch, da der Hodensack die Temperatur der Hoden entsprechend regulieren kann.

Bei Geschlechtsverkehr am Tag des Eisprungs die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft am höchsten ist?

Die Eizelle ist nach dem Eisprung zwischen 12 und 24 Stunden befruchtungsfähig. Spermien hingegen können im weiblichen Körper zwei bis fünf Tage, im Extremfall bis zu sieben Tage überleben. Um die Wahrscheinlichkeit eines Zusammentreffens zwischen befruchtungsfähigen Spermien und einer Eizelle auf ihrem Weg in die Gebärmutter zu erhöhen, ist der optimale Zeitpunkt für den Geschlechtsverkehr oder eine Insemination 1-2 Tage vor dem Eisprung

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