Zusatzleistungen des Kinderwunschzentrums Augsburg

Diese Zusatzleistungen gehören derzeit nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen und Privatversicherungen in Deutschland. Die Leistungen werden nach der aktuell gültigen GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) in Rechnung gestellt. Die Kosten müssen selbst getragen werden.

 

Was versteht man unter Assisted Hatching? 

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Eine Eizelle ist von einer Eihaut (Zona pellucida) umgeben. In dieser entwickelt sich der frühe Embryo.

Um sich Einnisten zu können muss der Embryo diese Hülle verlassen („schlüpfen“).

Unter Assisted Hatching versteht man das Öffnen oder das Ausdünnen der Eihaut.Die so erzeugte Sollbruchstelle soll dem Embryo das Schlüpfen erleichtern.

Wie wird eine Eizelle gehatched?

Mittels eines hochpräzisen, 1,48 µm Diodenlasers wird unter mikroskopischer Kontrolle die Eihülle aufgeschmolzen.

 

Wer profitiert von dieser Maßnahme?

Kann der Embryo nicht „schlüpfen“, wird sich keine Schwangerschaft einstellen.

Es gibt Studien, die davon ausgehen, dass es unter Kulturbedingungen zur „Verhärtung“ der Eihaut kommen kann. Dies wurde insbesondere bei Frauen über 35 Jahre und bei eingefrorenen Eizellen beobachtet. Ursprungs des Problems kann auch eine besonders dicke Eihülle sein.

Assisted Hatching kann ins Auge gefasst werden bei Patientinnen über 35 Jahre oder bei erhöhtem FSH-Level, bei vorangegangenen fehlgeschlagenen Embryo-Transferen bei guter Embryonalentwicklung sowie bei Embryonen im Kryo-Auftau-Zyklus.

 

Welche Risiken birgt Assisted Hatching?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind keine nachteiligen Effekte bekannt.Eine Schädigung des Erbgutes ist unwahrscheinlich. Eine Erhöhung der Fehlbildungsrate ist nicht nachgewiesen.Eine thermische Schädigung des Embryos durch den Laser ist extrem unwahrscheinlich.

Was versteht man unter einer Langzeitkultur oder Blastozystenkultur?

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Normalerweise werden außerhalb des Körpers kultivierte Embryonen am Tag 2 oder am Tag 3 transferiert (in die Gebärmutter zurückgegeben). Die Embryonen befinden sich dann im Vierzell- bzw. Achtzellstadium.

Bei einer Langzeitkultur werden Embryonen bis zum Tag 5 bzw. Tag 6 kultiviert. Das Embryonalstadium am Tag 5 nennt man Blastozyste. In diesen Stadien weist der Embryo schon einen hohen Differenzierungsgrad auf.

 

Wo liegt der Vorteil einer Langzeitkultur?

In der frühen Embryonalentwicklung muss ein Embryo viele „Entwicklungshürden“ nehmen. Komplexe zellbiologische Vorgänge führen zu einem neuen, lebensfähigen Individuum. Nicht jeder Embryo nimmt diese Hürden –einige stellen die Entwicklung vorzeitig ein.

Um durch eine Langzeitkultur einen Vorteil zu erzielen werden mehrere befruchtete Eizellen bis zum Tag 5 oder 6 kultiviert. Ziel der Kultur ist es ein bis zwei vitale Blastozysten zu erhalten.

Es kann also herausgefunden werden welche Embryonen die Entwicklung vorzeitig einstellen. Transferiert werden also Embryonen, die die ersten „Entwicklungshürden“ schon gemeistert haben. Darüber hinaus ist eine bessere Synchronisation von Gebärmutterschleimhautentwicklung und Embryostadium möglich.

 

Wer profitiert von einer Langzeitkultur?

Größten Nutzen haben Patienten, deren erster Versuch nicht zum gewünschten Ziel geführt hat, grundsätzlich kann die Langzeitkultur bei allen Frauen mit guter ovarieller Reserve angestrebt werden.

Warum werden befruchtete Eizellen eingefroren?

Um "überzählige befruchtete Eizellen" (man spricht von imprägnierten Eizellen oder Vorkernstadien) zu sichern, setzen wir die Kryo- oder Tiefgefrierkonservierung ein.

Diese Eizellen werden in späteren Zyklen aufgetaut und - wie üblich - im Embryonalstadium in die Gebärmutterhöhle übertragen.

Das Verfahren ist bewährt und sicher.

Vorteil: Im Auftauzyklus ist i. d. R. keine hormonelle Stimulation und keine mit Narkose verbundene Follikelpunktion notwendig.

Welche Chancen ergeben sich durch die Kryokonservierung?

Das Einfrieren von befruchteten Eizellen ist eine sinnvolle strategische Maßnahme um den Stimulationszyklus zu optimieren.

Die Möglichkeit aus einer Stimulation mehrere Transfere zu generieren macht den Nutzen plausibel. Auch wenn nicht alle Eizellen den Vorgang unbeschadet überleben (Überlebensrate ca. 70%) und allgemein die Schwangerschafts-Chance in einem Kryo-Auftau-Zyklus etwas geringer ist, erhöht sich die Schwangerschaftsrate auf die Stimulation gerechnet erheblich.

Die Missbildungsrate bei Schwangerschaften nach Kryokonservierung ist nach dem heutigen Stand der Wissenschaft im Vergleich zu den spontanen Schwangerschaften nicht erhöht.

Welche Methoden stehen uns zur Verfügung?

Für Vorkerne bevorzugen wir das langsame Einfrier-Verfahren.

Dabei werden die Zellen nach Entwässerung kontrolliert nach einem bestimmten Schema langsam auf -196°C abgekühlt, und in Flüssigstickstoff gelagert. Das Einfrier-Protokoll und die tiefen Temperaturen ermöglichen die hohe Überlebensrate.

Kryokonservierung modifiziert

Wann ist eine Einfriermaßnahme von Spermien sinnvoll?

Bei Männern mit stark eingeschränkten Spermiogrammen (Kryptozoospermie) kann es vereinzelt vorkommen, dass sich in einem Ejakulat keine Spermien finden lassen.

In einem Stimulationszyklus ist es unerlässlich, dass am Tag der Eizellentnahme Spermien zur Verfügung stehen. Um nicht das Risiko einzugehen, die aufwändige Behandlung (hormonelle Stimmulation, Follikelpunktion unter Narkose) abbrechen zu müssen, weil keine Spermien zur Befruchtung vorhanden sind, kann es sinnvoll sein ein Sicherheits-Kryodepot anzulegen.

Ein Sicherheits-Kryodepot ist bei jungen Männern auch vor Operation oder medizinische Behandlung mit anschließendem Infertilitätsrisiko (z.B. Krebstherapie) empfohlen (Fruchtbarkeitsreserve).
Darüber hinaus kann eine absehbare Abwesenheit des Mannes (z.B. durch Geschäftsreisen ins Ausland usw.) durch ein Kryodepot kompensiert werden und die Behandlung ohne Risiko eines Abbruchs durchgeführt werden.

Was versteht man unter einer "Vitrifikation"?

Vitrifikation ist eine besondere Form der Kältekonservierung.

Durch ultraschnelles Abkühlen wird die zu konservierende Probe in „Kälteglas“ eingeschlossen und so konserviert (Kälteverglasung).

 
Wann bietet die Methode der Vitrifikation Vorteile gegenüber der konventionellen Einfriermaßnahme?

Bei Embryonalstadien lassen sich durch Vitrifikation bessere Überlebensraten erreichen (verglichen mit konventionellen Einfriermaßnahmen).

Erhält man bei einer angesetzten Langzeitkultur (Blastozystenkultur) mehr vitale Embryonen als für den Embryonentransfer vorgesehen sind, so lassen sich diese durch eine Vitrifikation mit hoher Effizienz konservieren.

Es kann mit einer Überlebensrate von ca. 90% gerechnet werden. Gegenwärtig gibt es keine Anhaltspunkte.

EmbryoGen® und BlastGen™

Es handelt sich hierbei um besondere Kulturmedien, die den Zytokin Wachstumsfaktor GM-CSF enthalten und eine physiologischere In-vitro-Umgebung schaffen.

Das EmbryoGen und BlastGen Mediensystem imitiert präzise die Umgebung im weiblichen Genitaltrakt zum Zeitpunkt der Konzeption (Empfängnis). Das Schaffen der bestmöglichen In-vitro-Bedingungen für den Embryo durch den Einsatz eines Zytokins, fördert die erfolgreiche Implantation durch eine verbesserte endometriale Aufnahmefähigkeit.

Studien haben gezeigt, dass durch GM-CSF die Entwicklung von Embryo und Plazenta verbessert werden kann und das Abortrisiko somit sinkt.

Vorteilhaft für alle Patientinnen, aber empfohlen für Frauen mit:

  • wiederkehrendem klinischen und biochemischen Schwangerschaftsverlust (Aborte)
  • Patienten mit erfolgloser IVF-Behandlung
  • ungeklärter Unfruchtbarkeit

Da die Kultur mit EmbryoGen® nur bis Tag 3 möglich ist, müssen die Embryonen in ein für die Blastozysten geeignetes Medium, dem BlastGen™, umgesetzt werden.

Weitere Informationen finden Sie in der PDF Datei:

Kommunikation ist der Schlüssel

Erleichterung der Kommunikation zwischen Embryo und Endometrium

EmbryoGlue®

EmbryoGlue ist ein hyaluronsäurehaltiges Medium, das die Einnistungswahrscheinlichkeit des Embryos erhöhen soll. Hyaluronsäure ist ein in allen Geweben vorkommender natürlicher Stoff, der sich wie eine Brücke zwischen Gebärmutterwand und Embryo verhält. So will man einen klebeähnlichen Effekt erzielen und die Einnistung verbessern. Die signifikante Einnistungsrate (Implantation) wurde in Studien nachgewiesen.

Vorteilhaft für alle Patientinnen, aber empfohlen für:

  • Patienten über 35 Jahren
  • Patienten mit erfolgloser IVF-Behandlung
  • ungeklärter Unfruchtbarkeit

Weitere Informationen finden Sie in der PDF Datei:

Das neue Medium für eine verbesserte Einnistung

Was ist eine Ca-Ionophor-Behandlung?

In seltenen Fällen kommt es vor, dass trotz ICSI-Bebandlung und  unaufälligem Spermiogramm die Befruchtungsrate unerwartet niedrig ist oder die Befruchtung ganz ausbleibt.  Das Spermium war nicht in der Lage die Eizelle zu aktivieren, eine wichtige Voraussetzung für die Ausprägung von Vorkernen, also für die Befruchtung.

Diese Aktivierung der Eizelle lässt sich chemisch in der Kultur durchführen. Dazu werden die Eizellen nach der Injektion für eine bestimmte Zeit in einem besonderen Medium kultiviert.

 
Wer profitiert davon?

Patienten mit unerwartet niedriger Befruchtungsrate oder Ausbleiben der Fertilisation nach einer ICSI-Behandlung.

Was versteht man unter einer PICSI-Behandlung ("physilogische ICSI") ?

PICSI ist eine Zusatzleistung zur ICSI. Über eine Bindungs-Assay kann man reife von unreifen Spermien unterscheiden.

Nur reife Spermien haben an ihren Köpfen Rezeptoren („Andockstationen“) für Hyaluronan;  Hyaluronan ist ein wesentlicher Bestandteil der Eihülle.
Über das Anhaften von Spermien an Hyaluronan kann man reife Spermien isolieren und zur Injektion nützen. Zudem zeigen Studien, dass hyaluronanbindende Spermien eine höhere DNA-Integrität aufweisen.
Auf diese Weise versucht man die Qualität der ICSI verbessern zu können.

Wer profitiert von der PICSI-Behandlung?

Wir empfehlen die Maßnahme Patienten mit

  • Auffälligkeiten im Befruchtungsprofil (z.B. niedrige Befruchtungsrate)
  • früherer fehlgeschlagener Implantation
  • pathologische Qualität der Embryonen bzw. Verzögerung der  Embryonenentwicklung
  • wiederholter Fehlgeburten

Die Maßnahme bietet sich nur im Einzelfall für Patienten mit stark eingeschränkter Spermienqualität an.

Was ist Endometrium-Scratching?

Mehrere Studien an IVF-Patientinnen haben gezeigt, dass das leichte Anritzen der Gebärmutterschleimhaut (Scratching) in der Gelbkörperphase des dem Stimulations-bzw./Transferzyklus vorangehenden Zyklus die Implantationschancen und die weitere Entwicklung  der Schwangerschaft bis hin zur Lebendgeburtenrate signifikant verbessern kann.
(Nastri et al: Cochrane Database Syst Rev 2012 Jul11; 7:CD009517.doi:10.1002/14651858.CD009517.pub2.)

Wie wird das Endometrium-Scratching durchgeführt?

Bei der Scratching Methode wird zwischen dem 21. und 24. Zyklustag mit einem sehr dünnen Katheter eine geringe Menge Gebärmutterschleimhaut von der Vorder- und Rückwand, sowie von den beiden Seitenwänden der Gebärmutterhöhle durch den Gebärmutterhals hindurch gewonnen, was in aller Regel nicht schmerzhaft ist. Lassen Sie für diesen Eingriff die Blase bitte voll! Bei weitergehenden speziellen  Fragestellungen kann das so gewonnene Material zur histologischen Untersuchung eingesandt werden.

Welche Risiken gibt es bei der Duchführung?

Die möglichen Risiken und Nebenwirkungen der Methode sind als gering einzustufen. Es kann zu leichten Blutungen kommen und es besteht ein sehr geringes Entzündungsrisiko der Gebärmutter, was jedoch prinzipiell nicht den Einsatz einer vorbeugenden Antibiotikagabe rechtfertigt.

Was sind die Hintergründe der Methode?

Die Einnistung eines Embryos in der Gebärmutterhöhle ist ein sehr wichtiger Schritt auf dem Weg zur erfolgreichen Schwangerschaft. Die  Einnistung ist das Ergebnis des aktiven Zusammenwirkens eines entwicklungsfähigen Embryos und einer empfangsbereiten Gebärmutterschleimhaut. Neben der Fähigkeit des Embryos, in die Schleimhaut einzuwandern und mit den kleinsten mütterlichen Gefäßen Kontakt aufzunehmen, hängt der Erfolg einer Einnistung auch von den in der Schleimhaut vorhanden Wachstumsfaktoren und Cytokinen (von Zellen des Immunsystems ausgeschüttete Proteine, die der örtlichen Signalübertragung dienen) ab. Den genauen Wirkmechanismus des Scratchings hat man noch nicht verstanden, nimmt aber an, dass durch diese gewollte leichte Verletzung Prozesse in Gang gesetzt werden, die die Signalgebung aktivieren und damit die Einnistung (Implantation) fördern.

Entscheiden Sie sich für eine Krykonservierung Ihres Keimmaterials – Eizellen, Vorkerne, Embryonen, Sperma, Hodengewebe oder Fremdsperma – in unserem Kinderwunschzentrum, übernimmt die Kryo Augsburg GmbH & Co. KG die Lagerung in gesicherten Räumlichkeiten in unserer Praxis. Hierfür muss ein Vertrag mit der Kryo Augsburg GmbH & Co. KG geschlossen werden.

Genauere Informationen zur Lagerung und den Kosten erfahren Sie auf www.kryo-augsburg.de

Kryokonservierung von unbefruchteten Eizellen „Social Freezing“

Die Gründung einer Familie mit eigenen Kindern ist für die meisten Frauen ein elementarer Bestandteil der persönlichen Lebensplanung. Manchmal stehen jedoch persönliche oder auch medizinische Gründe einer zeitnahen Realisierung dieses Wunsches im Wege: Vielleicht müssen zunächst berufliche Ziele erreicht werden oder es fehlt derzeit einfach der richtige Partner. Auch können anstehende medizinische Therapien, wie z.B. eine Chemotherapie oder bestimmte operative Eingriffe, das spätere Eintreten einer Schwangerschaft gefährden. Das vorsorgliche Einfrieren von unbefruchteten Eizellen aus onkologischen Gründen wird daher schon seit vielen Jahren  in unserer Praxis durchgeführt (siehe auch Onko-Freezing).

Social Freezing bietet nun diese Möglichkeit auch für Frauen, die sich ohne medizinischen Grund aus rein privaten, ganz individuellen Gründen dafür entscheiden, ihren Kinderwunsch zu verschieben. Die gewonnen Eizellen können danach über viele Jahre unbeschadet gelagert werden. Die Zellen können dann zu einem Zeitpunkt der Wahl aufgetaut, befruchtet und Ihnen in die Gebärmutter zurückgegeben werden mit dem Ziel einer Schwangerschaft.

Durchschnittlich ab dem 32. Lebensjahr geht die natürliche Fruchtbarkeit (Fertilität) zurück. Besonders deutlich wird die Einschränkung der Fertilität ab dem 37. Lebensjahr. Hintergrund ist der Rückgang der insgesamt zu Verfügung stehenden Eizellzahl („Follikelpool“) und die altersabhängigen Abnahme der Eizell-Qualität.  

Die Fertilität der Frau kann jedoch erhalten werden, indem man Eizellen gewinnt und kryokonserviert. Die dann eingefrorenen Zellen altern nicht. D.h. die günstigen Schwangerschaftsraten der jungen Frau bleiben bestehen.

Informationen zur Kryokonservierung

Die Kryokonservierung von unbefruchteten Eizellen erfolgt in unserem IVF-Labor mittels der sogenannten Vitrifikation, die als weltweit beste Methode anerkannt ist. Bei diesem Verfahren werden Zellen mit sehr schnellen Temperaturabfällen eingefroren. Dadurch wird eine störende Kristallbildung in den Eizellen verhindert und eine optimale spätere Schwangerschaftsrate erzielt.

Was kostet die Kryokonservierung von Eizellen?

Die Kosten für das Social Freezing werden leider nicht von den gesetzlichen oder privaten Krankenkassen übernommen. Die durchschnittlichen Kosten pro Behandlung betragen ca. 2.220 €. Die Kosten entstehen durch Leistungen aus Beratung, Ultraschall, Blutabnahme,  Stimulationsbehandlung und Eizellentnahme, Kryokonservierung der Eizellen und Anästhesie.

Medikamentenkosten entstehen in Abhängigkeit von den verwendeten Präparaten und Dosierungen. Die Lagerungskosten über die Kryo Augsburg GmbH & Co. KG (befindet sich im Hause) betragen 155 € pro Halbjahr.

Wie lange können Eizellen eingefroren bleiben?

Durch die Lagerung in flüssigem Stickstoff bleiben die Zellen nahezu unbegrenzt haltbar.

Wie läuft die Kryokonservierung / Behandlung praktisch ab?

In einem ausführlichen und unverbindlichen Beratungsgespräch werden durch gezielte Fragen die medizinischen Daten und die persönliche Situation erfasst. Das Gespräch mit dem Arzt gibt die Möglichkeit, grundlegende Fragen zu stellen. Um besser einschätzen zu können, wie hoch die zu erwartende Eizellmenge ist, wird außerdem ein Hormonprofil erstellt. Die Durchführung eines Social Freezing kann kurzfristig geplant werden und entspricht im Wesentlichen den ersten Phasen der so genannten In-Vitro-Fertilisation (IVF, siehe dort).

Vorgehen beim Social Freezing:

Stimulation der Eizellreifung

Um möglichst viele Eizellen zu gewinnen, muss mit Hilfe von spezifischen Medikamente die Eizellreifung im Eierstock angeregt werden. Die Medikamente werden meist einmal täglich mit einer feinen, dünnen Spritze in das Fettgewebe (subkutan) im Bereich des Unterbauches oder eines Oberschenkels verabreicht. Während der ca. 10 tägigen Stimulationsphase wird das Wachstum der Eibläschen durch Ultraschall- und ggf. Hormonkontrollen (Blutabnahmen) überwacht (Monitoring).

Eizellentnahme

Sprechen die Größe der Eibläschen und die Hormonwerte für die Reife der Eizellen, wird 36 Stunden vor der geplanten Eizellentnahme medikamentös die abschließende Reifung der Eizellen ausgelöst. Die Entnahme der Eizellen wird dann in Kurzanästhesie unter Ultraschallüberwachung durch die Scheide durchgeführt.

Kryokonservierung

Nach erfolgreicher Entnahme der Eizellen werden diese mittels der Vitrifikations-Technik in flüssigem Stickstoff bei - 196 °C kryokonserviert.

Folgekosten:

Auftauvorgang, Zusammenführung von Ei- und Samenzellen

Im Rahmen einer späteren Realisierung des Kinderwunsches wird ein Teil der konservierten Eizellen aufgetaut und mit den Samenzellen des Mannes befruchtet.

Embryonenübertragung

Nach den ersten Zellteilungen werden die Eizellen als „Embryo“ bezeichnet. Die Embryonen werden weiter kultiviert und 3-5 Tage nach der Befruchtung schmerzlos in die Gebärmutter der Frau übertragen. Dies dauert nur wenige Minuten.

Kosten Embryotransfer im Kryo-Auftau-Zyklus mit ICSI zu einem späteren Zeitpunkt

Im Durchschnitt entstehen dann Kosten von 1.500 €.

Erhalt der Fertilität bei Krebserkrankungen

Wenn eine Krebserkrankung schnell behandelt werden muss, bleibt Betroffenen meist wenig Zeit, über einen späteren Kinderwunsch nachzudenken. Besteht das Risiko, später  unfruchtbar zu werden, sollten Frauen und Männer sich trotzdem beraten lassen: über Möglichkeiten der Vorbeugung ebenso wie über Möglichkeiten, später trotz eingeschränkter Fertilität eigene Kinder zu bekommen.

Möglichkeiten für Frauen

Einfrieren von Eizellen: Es gibt die Möglichkeit in unserem Zentrum vorsorglich Eizellen entnehmen und einfrieren zu lassen. Dazu muss vor der Entnahme eine Hormontherapie erfolgen, damit mehrere Eizellen heranreifen. In einem kleinen Eingriff werden dann zehn bis 20 Eizellen entnommen.

(Nähere Informationen zur Behandlung und deren Kosten finden Sie auch unter der Rubrik IVF und Social Freezing).

Anschließend gibt es die Möglichkeit, sie befruchtet oder unbefruchtet einfrieren zu lassen. Bei befruchteten Eizellen ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft etwas höher. Voraussetzung hierbei ist, dass der zukünftige Vater bereits feststeht.

Eine Garantie, dass die Frau schwanger wird, gibt es aber nicht. Je nach Alter der Patientin kann die Schwangerschaftsrate mit eingefrorenen Eizellen bei bis zu 40 bis 60 Prozent liegen. Ab dem 35. Lebensjahr sinkt die Erfolgswahrscheinlichkeit.

Möglichkeit für Männer

Einfrieren von Sperma: Männer können jederzeit in unserem Zentrum Sperma einfrieren lassen. Voraussetzung hierfür ist, dass bis dahin keine keimzellschädigende Behandlung erfolgt ist.

Einfrieren von Hodengewebe: Kann es auf Grund der Krebserkrankung nicht mehr zu einem Samenerguss kommen, so gibt es die Möglichkeit des Einfrierens von Hodengewebe. Dabei werden in einem kleinen operativen Eingriff reiskorngroße Proben entnommen. Mit den darin enthaltenen befruchtungsfähigen Spermien kann später eine künstliche Befruchtung IVF mit Intracytoplasmatische Spermineninjektion (ICSI) vorgenommen werden.

Die konservierten Spermien kann man später für eine künstliche Befruchtung verwenden. Dies ist aber keine Garantie für eine Schwangerschaft.

Besprechen Sie sich hierzu bitte vorab mit Ihren behandelnden Ärzten und vereinbaren Sie dann gerne einen Beratungstermin bei uns.

(Weitere Informationen finden Sie auch unter der Rubrik Einfrieren von Sperma und Hodengewebe).

www.fertiprotekt.com (Netzwerk für fertilitätsprotektive Maßnahmen)

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